Ausstellung
Vernissage und Performance Einleitende Worte: Evelyn Schalk
Wann: Donnerstag, 26. Jänner 2012, 19 Uhr
Wo: Afro-Asiatisches Institut Graz, Leechgasse 22, 8010 Graz
Ausstellung
Vernissage und Performance Einleitende Worte: Evelyn Schalk
Wann: Donnerstag, 26. Jänner 2012, 19 Uhr
Wo: Afro-Asiatisches Institut Graz, Leechgasse 22, 8010 Graz
Montag, 23. Jänner 2012, 19:30 Uhr
Berichte aus dem Reich der Interkultur
Eine Gesprächsreihe
Spielstätte: Empfangsraum
IMPORT/EXPORT handelt mit Geschichten, die von jener Sorte Mensch erzählt werden, die heute Migrant genannt wird. Geschichten, die Ernst Schmiederer nach diesen Erzählungen aufgezeichnet, in der Wochenzeitung DIE ZEIT veröffentlicht und zuletzt auch in seinem Buch IMPORT/EXPORT gesammelt hat.
Nun treten diese Menschen hinter ihren Geschichten hervor und auf die Bühne. Genauer gesagt: in den Empfangsraum des Volkstheaters, der eingerichtet wurde, um Adolf Hitler über eine Hintertür ins Volkstheater schleusen zu können. Das Volkstheater wird im intimen Rahmen dieses Raumes ab September 2011 in der Reihe IMPORT/EXPORT jeweils drei der Migrationserfahrenen präsentieren und im Gespräch mit Ernst Schmiederer ausführlich zu Wort kommen lassen.
Heute ist Vielfalt die Norm. Wer mit offenen Augen durch eine beliebige Stadt in Europa geht, wird feststellen, dass es eine Leitkultur nirgendwo mehr gibt. Wer Jugendlichen zuhört, wird erkennen, dass Sprache lebendig bleibt, weil die Menschen, die sie sprechen, mobil sind. Wer beim Essen darauf achten kann, was er zu sich nimmt, sieht sich mit einer anregenden kulinarischen Vielfalt konfrontiert. Während europäische Spitzenpolitiker behaupten, dass Multikulti tot oder gescheitert sei, zeigt ein offener Blick in unsere Welt klar das Gegenteil: nie zuvor war diese so bunt, so reichhaltig, so vielfältig. Mit anderen Worten: Interkultur. Nie war sie so wertvoll wie heute.
An diesem Punkt setzt das Projekt IMPORT/EXPORT (importundexport.at) an: Menschen berichten aus ihrem Leben, gewähren anderen damit einen Blick in ein fremdes Leben und bereichern so den politischen Diskurs im Spannungsfeld Migration und Mobilität.
Beim dritten Termin treffen wir auf die aus Chile stammende Fotografin/Künstlerin Carla Bobadilla, die aus Sarajewo stammende Musikerin Nataša Mirković- De Ro und die aus Georgien stammende Künstlerin Tatia Skhirtladze.

Anlässlich der Ausstellung „Eindazwischenkommen“ im Schloss Wolkersdorf laden EIKON und FLUSS zur Diskussion über das Verhältnis von Fotografie und Performance.
Am Podium:
Elisa Andessner (Performance- und Fotokünstlerin)
Carla Bobadilla (Fotokünstlerin und bildende Künstlerin)
Heinz Cibulka (Fotokünstler und Dokumentarist des Orgien Mysterien Theaters)
Gertrude Moser-Wagner (Künstlerin und Kuratorin der Ausstellung “Eindazwischenkommen”)
Boris Nieslony (Performancekünstler und Gründer von Black Market International)
Moderation: Elisabeth M. Gottfried (EIKON)
Anschließend kostenloser Shuttlebus nach Wolkersdorf zur Finissage der Ausstellung und zur Performance von Boris Nieslony.
Um Anmeldung für den Shuttlebus wird gebeten! Email an: office@eikon.at
Wann: Sonntag, 23. Oktober, 2011, Beginn: 10:30 Uhr, Abfahrt nach Wolkersdorf: 12:30 Uhr
Wo: Raum D, Electric Avenue, quartier21/MQ, Museumsplatz 1, 1070 Wien
Elisa Andessner, Carla Bobadilla, Sibylle Ettengruber, Ewa Kaja, Valerian Maly / Klara Schilliger,
Boris Nieslony, Pietro Pellini, Jörg Piringer
8. 10. 2011 18 Uhr Ausstellungseröffnung
Einleitende Worte: Gertrude Moser-Wagner (Kuratorin)
9. 10. – 30. 10. 2011 Ausstellung Schloss Wolkersdorf, Galerie 2
Öffnungszeiten: Sa, So 14 – 18 Uhr und nach telefonischer Vereinbarung
23. 10. 2011 10.30 Uhr EIKON-Fotofrühstück im MQ Wien, quartier 21, Raum D
13.30 Uhr Performance von Boris Nieslony im Schloss Wolkersdorf
Im Museumsquartier Wien diskutieren – anlässlich von Eindazwischenkommen – die Kuratorin der Ausstellung Gertrude Moser-Wagner und PerformancekünstlerInnen. Moderation: Elisabeth M. Gottfried (EIKON).
Anschließend kostenloser Shuttlebus nach Wolkersdorf zur Performance von Boris Nieslony.
Fotografie und Performance sind quasi Geschwister. Real Vorhandenes, sei es gegenständlich oder gesellschaftlich, spielt in der Performance eine wesentliche Rolle, weshalb sich diese Disziplin als künstlerische Strategie auch stets neu orientieren kann. Der poetische Augenblick einer intuitiven Setzung und Handlung (Performance), die bildnerische Anordnung als Zeitverlauf/Zeitmoment (Fotografie), der Eingriff in eine sprachliche oder gesellschaftliche Konvention – all das beweist zugleich auch Forschungsanliegen und Haltung eines Künstlers/einer Künstlerin. In der Ausstellung werden acht künstlerische Beiträge performativer und konzeptueller Annäherungen in Begegnung mit dem Realen gezeigt.
FLUSS - NÖ Initiative für Foto- und Medienkunst; A – 2120 Wolkersdorf, Schlossplatz 2
Tel: +43 / 2245 / 54 55, Fax: +43 / 2245 / 61 55 info@fotofluss.at www.fotofluss.at
Negras absolutas, Cordilleras sangrantes
Ausstellung und Installation von Carla Bobadilla (CL/A) Lesung von Maria Elena Blanco aus dem Buch Anteparaíso des chilenischen Dichters Raúl Zurita
Vernissage und Lesung Samstag 3. September 2011 um 19 Uhr
Dauer der Ausstellung: 3. bis 29.9.2011 Las Cordilleras del Duce ist ein Gedicht aus dem Buch Anteparaíso (1982) des
chilenischen Dichters Raúl Zurita. Es erzählt von einem Ort in einer realen Bergwelt, nämlich den Anden. Gleichzeitig ist es die Geschichte von einer erdachten Bergkette, die sich wie eine bösartige Geschwulst vom pazifischen Ozean nach Westen ausdehnt und dabei alles auf ihrem Weg ausradiert. Das Gedicht, geschrieben während der Militärdiktatur in Chile, nützt die symbolische Sprache als Möglichkeit, über die Realität des zu diesem Zeitpunkt unterdrückten Landes zu reflektieren.
In der Installation Negras absolutas, cordilleras sangrantes arbeitet Carla Bobadilla mit Bildern, die sich auf das Gedicht von Zurita beziehen, aber auch mit geographischen und historischen Bezügen, die zwei weit auseinander liegende Bergwelten prinzipiell miteinander verbinden: die Anden und die Alpen. Ihr Konzept enthält autobiographische Referenzen: die Anden als Bergwelt des Geburtsortes der Künstlerin, die Alpen als Teil des Landes, in dem sie in den letzten 10 Jahren gelebt und gearbeitet hat.
Die Ausstellung konfrontiert die BetrachterInnen mit Werken, in denen sich die Auseinandersetzung widerspiegelt zwischen den unauslöschlichen historischen Spuren, die in der Landschaft wiederzufinden sind, und dem Leben, das heute dort gelebt wird.
Ort KulturRaum Neruda Margaretenstraße 38, 1040 Wien www.neruda.at
Ich amputiere dich
einen lebendigen teil von mir
– meinen arm, meinen finger, meine hand –
nehme dich von mir weg
was ist schlimmer –
der schmerz, den du mir bereitest
oder
der schmerz, den es mir bereitet
dich zu entfernen?
einmal sagte jemand
– es ist ein appetit, dem ich mich nicht hingebe –
du bist ein appetit, dem ich mich nicht hingebe
du bereitest mir magenschmerzen
herzschmerzen
kopfschmerzen
tust mir nicht gut
und dann –
wo gebe ich dich bloß hin
dich
den einen teil von mir
der immer schon zu mir dazugehört hat
wo gebe ich dich hin
wo es doch nur einen ort gibt
an den du gehörst –
in die schachtel, in die du versucht hast, mich zu stecken,
in die schachtel, in die ich mich von dir stecken ließ
eingekerkert
– sagst du selbst auch –
von mir
ich dich
du mich
haben wir einander eingekerkert
so
scheint es nur richtig zu sein
dich zu amputieren
dich von mir abzutrennen, um
der schachtel zu entfliehen
zu entfliegen
entfliegst du meinem herzen
ohne blutvergießen.
ich amputiere dich
einen lebendigen teil von dir
– meinen arm, meinen finger, meine hand –
nehme dich von mir weg
was ist schlimmer –
der schmerz, den du mir bereitest
oder
der schmerz, den es mir bereitet
dich zu entfernen?
einmal sagte jemand
– es ist ein appetit, dem ich mich nicht hingebe –
du bist ein appetit, dem ich mich nicht hingebe
du bereitest mir magenschmerzen
herzschmerzen
kopfschmerzen
tust mir nicht gut
und dann –
wo gebe ich dich bloß hin
dich
den einen teil von mir
der immer schon zu mir dazugehört hat
wo gebe ich dich hin
wo es doch nur einen ort gibt
an den du gehörst –
in die schachtel, in die du versucht hast, mich zu stecken,
in die schachtel, in die ich mich von dir stecken ließ
eingekerkert
– sagst du selbst auch –
von mir
ich dich
du mich
haben wir einander eingekerkert
so
scheint es nur richtig zu sein
dich zu amputieren
dich von mir abzutrennen, um
der schachtel zu entfliehen
zu entfliegen
entfliegst du meinem herzen
ohne blutvergießen.
Die Fotoserie „Orte, die einladen“ hat Carla Bobadilla schon in unterschiedliche Welten rund um den Globus gebracht und nun in die Wiener Mittelschule Theodor Kramer Straße im 22. Bezirk. Seit Jahren beschäftigt sich die Künstlerin mit kleinen Geschäften und deren Betreibern, die sie mit ihren Fotos einfängt. Zu ihren Fotos von Wien, Valparaiso (Chile), Hanoi (Vietnam) und Dakar (Senegal) kommen nun Schülerarbeiten aus Donaustadt. Im Rahmen des Deutschunterrichts mit Mag. Dorit Smolka machten die Schülerinnen und Schüler Fotos und Texte zu kleinen Geschäften in ihrer Umgebung und erzählten ihre Einkaufsgeschichten IHRER Orte, die einladen.
Das Projekt ist vielschichtig! Zum einen werden kleine Läden ins Zentrum der Aufmerksamkeit gelenkt, die sonst in der alltäglichen Wahrnehmung hinter den bunten Werbeauftritten der großen Einkaufsflächen verschwinden. Zum anderen wird die Alltagshandlung „Einkaufen“ von der rudimentären Bedürfnisbefriedigung mit der Auseinandersetzung mit dem Geschäft und dem Besitzer bereichert. Es geht nicht um den anonymen und meist wortlosen Erwerb, sondern die kommunikative Auseinandersetzung mit der gewerblichen Umwelt und deren Protagonisten.
Die Schülerinnen und Schüler besuchen ein kleines Geschäft ihrer Wahl, fotografieren vor Ort, interviewen die Besitzerinnen und Besitzer und schreiben Texte darüber. Es stellt sich dabei die spannende Frage, was der Text beschreibt, was das Foto nicht zeigt und umgekehrt. Neben diesen beschreibenden Arbeiten stellt auch die individuelle Erfahrung des Interviews mit einer (meist) bislang nicht näher bekannten Person ein wichtiger Teil dar. Die Schülerinnen und Schüler sind nicht im geschützten schulischen Umfeld, sondern im „echten Leben“ unterwegs und bereichern somit ihre Alltagskompetenz.
Die individuelle Auseinandersetzung mit der eigenen Lebensumwelt und die Verankerung im eigenen Erfahrungsschatz ist auch ein wichtiger Ansatzpunkt für individualisierten Unterricht, der nichts mit sturem Auswendiglernern von Inhalten zu tun hat.
Das Schulprojekt wurde von KulturKontakt Austria finanziell unterstützt.