Der Studiengang „Journalismus & PR“ der FH JOANNEUM in Graz betreut das REGIONALE10-Projekt Fremdsehen. Künstlerinnen und Künstler verschiedenster Nationalitäten wohnen für zwei Wochen in einer Gemeinde der Obersteiermark. Ihre Erfahrungen halten alle TeilnehmerInnen in Form von Weblogs – also „Online-Tagebüchern“ – fest.
Wir, Studierende des Jahrgangs JPR09, unterstützen das Projekt bei der Online-Kommunikation. Wichtigstes Ziel für uns Studenten ist es, die TeilnehmerInnen beim Bloggen zu unterstützen, sowie für Fremdsehen möglichst viel Aufmerksamkeit in der (Online)Community zu erreichen.
Mit den Fremdsehen-TeilnehmerInnen führen wir darüber hinaus Interviews und bereiten sie für die Website multimedial auf. Sie sollen Einblicke in die Kultur, Heimat und Erwartungen der Künstlerinnen und Künstler gewähren und den Einheimischen in den Gemeinden der regionale10 ihre Gäste ein bisschen vertrauter machen.
Die folgenden Pärchen von Studierenden und KünsterlInnen haben sich schon gefunden:
- Caroline Mempör – Emina Saric
- Christina Tieber – Fiston Mwanza
- Katharina Robia – Carla Bobadilla
- Jasmina Krpic – Katerina Cerna
- Christina Drechsler – John Hanna
- Ann-Marie Stark – Seher Cakir
- Daniela Kainer – Julya Rabinowich
- Mario Rubenzer – Lindita Komani
- Markus Hasenberger – Pamir Harvey
- Johannes Pleschberger – Jin Yan
- Annalena Trummer – Mercy Otieno
- Elisabeth Faustmann – Maryam Mohammadi
- Lisa Maria Sommer – Mirko Maric
- Johanna Strohmeier – Lindita Sima
- Nina Horcher – Marisol Carrillo
© Markus Hasenberger
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Grenzen be- und überschreiten: Das können nicht nur die Gemeinden am Rand des Bezirks. 15 Binnengemeinden knüpfen regionale Bande sogar in ganz ferne Länder und erkunden dabei, wie exotisch ihr Alltag und ihre Traditionen auf Menschen aus Afrika, Asien, Amerika wirken. Den weitgereisten Gästen – MigrantInnen, die aus ganz verschiedenen Gründen in Österreich sind – wird ein Programm für waschechte VIPs geboten, das nicht nur Festliches umfasst, sondern das ganz normale Zusammenleben herzeigt. Mit Stationen wie Kulturverein und Platzkonzert, Kindergarten und Einkaufszentrum, Autowaschtag und Pendlerverkehr. Die Gäste halten ihre Eindrücke in individuellen Blogs fest und erzählen der Welt von Gams und Aich und Mitterberg & Co.
Wetten, dass dabei der ungewohnte Blick zu überraschenden, komischen wie bedenkenswerten Ergebnissen führt? Die kann man erleben. Als Höhepunkt der gemeinsamen Entdeckungsreise organisieren Gemeinden und Gäste kleine Auftritte, Überraschungen inklusive. Und dass man einander näher kommt, muss natürlich auch gefeiert werden.
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Kann man in zwei Wochen ein ganzes Dorf kennenlernen? Die albanische Autorin Lindita Komani, Teilnehmerin beim Projekt Fremdsehen, will diese Frage im Selbstversuch beantworten. Ihre Zielgemeinde: Gössenberg.
Einen Ausflug hat sie schon dorthin unternommen und dabei hat sie sich sofort in das beschauliche obersteirische Örtchen verliebt. Knapp 300 Menschen leben dort, mit jedem Einzelnen von ihnen will sie in den 14 Tagen ihres Aufenthalts ins Gespräch kommen und sich austauschen. Da sie von klein auf nur in der Stadt gelebt hat, hat sie ein besonderes Interesse daran, die Mentalität der Landmenschen kennenlernen. Ebenso möchte sie die Schönheit und den Charme, aber auch die „eigenen Gesetze“ der Provinz ergründen.
Mit ihrem sympathischen Lächeln und ihrer herzlichen, offenen Art wird sie bestimmt gleich einen Zugang zu den Menschen finden. Und wenn die als eher zurückhaltend bekannten Dorfbewohner erst einmal aufgetaut sind, stehen die Chancen gut, dass ihr der eine oder andere vielleicht sogar eine Sage über die drei Gössenberger Seen erzählt…
© Mario Rubenzer
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Fremdsehen ist ein Projekt der regionale10, dem Festival für zeitgenössische Kunst im flächenmäßig größten Bezirk Österreichs, dem obersteirischen Liezen. Von 2. Juni bis 14. August 2010 finden an 73 Tagen rund 35 Projekte und 180 Veranstaltungen unter der Mitarbeit von 8.000 Beteiligten aus 40 Nationen statt.
Eröffnet wird die regionale10 am 2. Juni 2010 mit einem großen Fest in Trieben. In den folgenden Wochen erwartet Besucherinnen und Besucher ein vielfältiges Programm: Musik und Theater, Ausstellungen und Feste, spielerische Erkundungen des Alltags und unerwartete Begegnungen jenseits davon. Alles unter dem großen Motto: “In der Mitte am Rand”.
Mehr darüber auf unserer regionale10-Seite.
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Mitte April 2010 besuchte das Organisationsteam mit einigen Künsterinnen und Künstlern die Gemeinden im Bezirk Liezen.
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„Mit Musik geht es viel leichter“, sagt Mitterbergs Bürgermeister Fritz Zefferer, und meint die Annäherung von fremd zu fremd. Marisol Carrillo wird im Juli spanische Volkstänze und Volksmusik lehren – und österreichische lernen.
Marisol Carrillo wird „die Fremde“ sein, zwei Wochen lang, im Juli. Aber sie wird sich nicht verstecken, denn das Fremdsein bietet die Möglichkeit, einen kleinen Ort, einen vielleicht abgeschlossenen Kosmos, aus einer anderen Perspektive kennenzulernen und diese Sichtweise dann wiederum an die Bewohner dieses Kosmos weiterzugeben.
Schaffen will sie das mit einer Sache, die oft als Universalsprache bezeichnet wird: Musik, in jeder Form. Singen im Gesangsverein „Mitterberger Singkreis“ und der privaten Gruppe „Lust auf Singen“, Musizieren mit traditionellen spanischen Instrumenten, Salsa Tanzen. Neben dem Herzeigen ihrer eigenen Kultur will sie aber auch etwas lernen. Deshalb plant sie, die Volkstanzgruppe des Ortes zu besuchen.
Am Ende soll ein Konzert stehen, ein Fest für den ganzen Ort, bei dem jeder zeigt, was er gesehen und gelernt hat. Das ist nicht nur eine große organisatorische Aufgabe; auch die Offenheit, aufeinander zuzugehen, sich in nur zwei Wochen kennenzulernen, stellt Herausforderungen an Marisol Carrillo und die ganze Gemeinde Mitterberg. Bürgermeister Zefferer will im Vorhinein Kontakt zu Musikern und Tänzern aufnehmen, um seinen Gast dort einzuführen, und auch alle Bewohner der Gemeinde auf ihr Kommen aufmerksam machen. Probleme beim geplanten Miteinander erwartet er nicht. Er vertraue auf seine Gemeinde, sagt der Bürgermeister im Gespräch.
© Caroline Mempör
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