Die heutige Eröffnung der Regionale 10 möchte ich zum Anlaß für einige Zahlenspiele zum Thema Liezen und AusländerInnen nehmen:

Der/die AusländerIn als Gast:

–> Im Winterhalbjahr 2008/09 sind im Bezirk Liezen 222.638 AusländerInnen angekommen und dabei 1.252.319mal in der Obersteiermark aufgewacht (was  mehr als 50% aller Nächtigungen in der Steiermark sind).

Der/die AusländerIn als MitbewohnerIn:

–> zu Neujahr 2009 wohnten im Bezirk 5.122 AusländerInnen. Das sind 6,4% der  Gesamtbevölkerung und entspricht fast genau dem durchschnittlichen Anteil in der Steiermark.

–> Den höchsten prozentuellen (bzw. absoluten) Anteil gab es in den Gemeinden:

Schladming mit 11,7 % (absolut: 528)

Liezen mit 10,9 % (absolut: 756)

Stainach mit 10,7 % (absolut: 213)

Bad Aussee mit 10,4 % (absolut: 508)

Bad Mitterndorf mit 9,7 % (absolut: 295)

Rotternmann 8,8 % (absolut: 459)

–> Die wenigsten AusländerInnen waren 2009 anzutreffen in Palfau (7 Personen bzw. 1,7%), Oppenberg (7 Personen bzw. 2,7%), Gössenberg (8 Personen bzw. 2,9%), Weißenbach an der Enns (9 Personen bzw. 1,7%) und Donnersbachwald (9 Personen bzw. 2,6%).

–>  Den größten Zuwachs an AusländerInnen zwischen 2001 und 2008 gab es in Liezen (+221), Admont (+81), Bad Aussee (+49) und Gröbming (+48). Die meisten  AusländerInnen weggezogen sind in dieser Zeit aus Rottenmann (-89) und Bad Mitterndorf  (-78).

–> 2008 kamen 48 Kinder mit nicht-österreichischer Staatsbürgerschaft im Bezirk auf die Welt.

AsylwerberInnen und Flüchtlinge:

–> Die Zahl der Flüchtlinge im Bezirk ging von 162 im Jahr 1993 auf  41 Personen im August 2009 zurück.

Aus AusländerInnen werden ÖsterreicherInnen:

–> Zwischen 2000 und 2008 nahmen im Bezirk 1.127 AusländerInnen die österreichische Staatsbürgerschaft an. Während der Spitzenwert im Jahr 2004 bei 227 Persoen lag, waren es 2008 nur mehr 48  Einbürgerungen.

(Joachim Hainzl)

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Einer alten Tradition folgend, habe ich mich auch heuer dazu entschlossen, mir das Sticker Album zur Fußball WM in Südafrika zuzulegen. Abgesehen mal von der zu hinterfragenden Kommerzialisierung von Fußball und dem Umstand, dass es weit über 100.- Euro braucht, um so ein Sticker Album (inkl. der Wahrscheinlichkeit der doppelten Sticker) voll zu bekommen, ist es schon auch die Möglichkeit, auf 72 Seiten viel Fremdes zu sehen und kennenzulernen. Es wäre eine gute Quelle für den Schulunterricht zur Diskussion über Migration, Staatsbürgerschaft, Flucht, Migrationshintergrund etc. Daneben kann man etwas über Sprachen lernen, sind doch viele Angaben in 8 Sprachen (Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Holländisch, Spanisch, Portugiesisch, Türkisch) angegeben.

Es ist spannend, zu sehen wie ungewohnt manche Namen klingen, etwa Hameur Bouazza (234) aus Algerien (der – in Evry geboren – übrigens auch die französische Staatsbürgerschaft besitzt und darum zuerst das  Angebot abgelehnt hat, in der algerischen Nationalmannschaft zu spielen) oder Kim Kum-Il (520), der beim nordkoreanischen Armeeklub “April 25″ (in Erinnerung an die Gründung der Antijapanischen Partisanenvolksarmee 1932) spielt. Hingegen überraschend bekannt klingt der Name des Dänen Michael Silberbauer (362). Sein voller Name ist übrigens Michael Kappelgaard Silberbauer.

Bei Portugiesen und Brasilianern sieht man, dass die bekannten Kurznamen notwendig sind, da sie alle ganz lange Familiennamen haben, etwa der in Brasilien geborene Portugiese Pepe (548), der in Wirklichkeit Kepler Laveran Lima Ferreira heißt.

Staaten wie USA oder Australien sind schon aufgrund der Namen ihrer Nationalspieler als Einwanderungsländer zu erkennen. So sind etwa rund 25% der AustralierInnen im Ausland geboren und jede/r achte US-BürgerIn war 2007 ein/e Einwanderer/in.  Etwa Carlos Bocanegra, der laut Internetangaben aus dem mexikanischen Jalisco stammt (204, interessanteweise wird sein Geburtsort im Sticker Album mit Alta Loma angeführt). Oder Benny Feilhaber (212) lebte bis zu seinem 7. Lebensjahr in Brasilien. Da sein Großvater einer von Tausenden jüdischen Flüchtlingen aus Österreich war, ist er zudem auch Österreicher. Mark Schwarzer (279) ist bereits in Sydney geboren, nachdem seine Eltern 1967 aus Deutschland nach Australien ausgewandert sind. Er wurde zweisprachig aufgezogen und ist auch Doppelstaatsbürger.  Vincenco Grella (285) ist Italo-Australier, ebenso wie Mark Bresciano (289), der zudem noch einen kroatischen Elternteil besitzt. Ebenfalls aus Kroatien stammen die Eltern des Neuseeländers Ivan Vicelich (452).

In Österreich ist es übrigens für ZuwandererInnen so gut wie unmöglich, eine Doppelstaatsbürgerschaft zu bekommen. Wer in Österreich angekommen ist, hat gefälligst seine/ihre oder die Herkunft der Eltern abzulegen. Das nennt sich dann wohl Integration.

(Joachim Hainzl)

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Wer den Suchbegriff  “Numerus-Clausus-Flüchtlinge” eingibt, wird feststellen, dass es dazu mehr als 40.000 Einträge gibt. Wer dann weiterliest, wie denn diese “Flüchtlinge” oder “NC-Asylanten“  aus Deutschland (wie der Spiegel sie auch nennt) beschrieben werden, merkt, dass sich die Bilder zu anderen Flüchtlingsgruppen in ihrer Metaphorik, ihren Begrifflichkeiten und auch in den Ängsten und abwehrenden Maßnahmen sehr gleichen:

Auch bei diesen Flüchtlingen geht es um Massen die nach Österreich strömen, also um eine Flut, die wie ein Tsunami über Österreich hereinbricht. So sah es bereits 2005 der Rektor der Universität Innsbruck. Eine hereinbrechende Katastrophe also, welche alles zerstört, was die Fleißigen und Anständigen in Österreich in den letzten Jahrzehnten so aufgebaut haben.

Wie Feinde bestürmen sie unsere Alpenfestung um die wehrhaften Mauern der Zugangsbeschränkungen zu überrennen.

Und so machen nicht wenige dieser deutschen StudentInnen, die da ungefragt nach Österreich gekommen sind, ihre Erfahrungen mit einem “Piefke-Rassimus”: “Die Dame hinterm Schalter war überaus unverschämt, verweigerte einige Aussagen absichtlich, hielt drei Meter Sicherheitsabstand, beleidigte mich und schmiss mich anschließend im wahrsten Sinne des Wortes hinaus.”

Denn sie nehmen ja anscheinend den InländerInnen die Studienplätze weg bzw. sind schuld daran, dass für InländerInnen jetzt alles viel schwerer geworden ist. Und sie dürfen ja nicht auf unsere Kosten leben, also sollen sie gefälligst selber Geld mitbringen.

Außerdem, gegen so etwas darf man sich ja dann doch dagegen verWEHREN. Also führt man Quoten dein, um eine Inländer-Diskriminierungzu vermeiden. Was für Belgien gilt, muss doch auch für Österreich möglich sein.

Zwar meint der Europäische Gerichtshof, dass Zugangsbeschränkungen für ausländische Medizin-StudentInnen diskriminierend und somit unvereinbar mit dem Europarecht seien. Allerdings seien diskriminierende Regelungen dann möglich, “wenn sie im Hinblick auf das Ziel des Schutzes der öffentlichen Gesundheit gerechtfertigt” seien. Das heißt, es gilt daher nur mehr, sich intelligente Abwehrsysteme auszudenken. Und schon scheint alles paletti.

Wer übrigens sehen will, wie die Flucht der Deutschen nach Österreich sich aus Sicht der Deutschen darstellt und wie hart es im alpenstaatlichen Ausland ist, kann sich hier aufklären lassen.

(Joachim Hainzl)

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