Pamir Harvey kam mit 22 Jahren von Indien nach Österreich. Heute arbeitet er in Graz für das Afro-Asiatische-Institut (AAI). Für die nächsten zwei Wochen ist er zu Gast in der 1400 Seelengemeinde Öblarn in der Obersteiermark.

Markus Hasenberger führte mit Pamir Harvey im AAI ein sehr interessantes Interview.

Im ersten Teil spricht er über das Projekt Fremdsehen und seine Erwartungen:

Interview – Teil1

Wer ist Pamir Harvey? Und was macht er in Graz?:

Interview – Teil2

Der Inder als scheiß Neger? Pamir Harvey über das Fremdsein:

Interview – Teil3

Frag doch den Inder! Pamir Harvey im Wordrap:

Interview – Teil4

Pamir Harvey ist ein aktiver Blogger. Hier geht es zu seinen Blogs:

Blog von Markus Hasenberger:

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Jin Yan, interviewt von Johannes Pleschberger, spricht über ihr “Fremdsehen”-Projekt. Die Grazerin mit chinesischem Migrationshintergrund will mit Bewohnern von St. Martin (Obersteiermark) Märchen und Sagen austauschen. “Fremdsehen” ist ein Projekt der Regionale 2010. Gefilmt am 17.05.2010 im Lokal “Propeller” in Graz.

Interview, Kamera und Schnitt von Johannes Pleschberger

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Liebe FremdseherInnen!

Tafel in GrazAls ich gefragt wurde, ob ich mir vorstellen könnte, für dieses Regionale-Projekt über mehrere Wochen hindurch zu bloggen, war ich von Beginn an begeistert. Denn für mich als sozialisierten Südsteirer ist die Obersteiermark etwas sehr Fremdes. Die Leute sprechen anders und es gibt hohe Berge. Ich bin mit Hügeln aufgewachsen, wo du oben gemütlich im Buschenschank sitzend auf alle Seiten runter siehst. Erst vor einigen Jahren habe ich durch obersteirische Freunde entdeckt, dass auch stundenlanges Hatschen auf einen Berg reizvoll sein kann. Und dort oben ist man per Du, egal welchen Alters oder welcher sozialen Stellung der/die Entgegenkommende ist.

In Innsbruck, wo ich zwei Jahre gelebt habe, war das für mich zuerst ein Kulturschock, dass man sogar im Supermarkt mit „Griaß Di“ statt „Guten Tag“ oder „Grüß Gott“ begrüßt wird. Dennoch sind mir die hohen  Berge rundherum nicht geheuer. Sie nehmen dir die Abendsonne weg und verstellen dir im Tal die Sicht.

Diese Gefühle von Verschiedenheit und Fremdsein, die es schon in einem Bundesland gibt, waren auch ein Grund dafür, dass ich vor Jahren den Verein „Xenos“ gegründet habe. Dieses  griechische Wort bedeutet zugleich „Gast“ bzw. „Fremde/r“ . Was also ist der/die Fremde? Es ist eine ungewohnte, unvertraute, neue Person, die man nicht kennt, von welcher man nicht immer weiß, was sie einem bringt (oder im schlechtesten Fall: nimmt). Und was ist der Gast? Es ist der/die willkommene Fremde, dem/der man in Gast-Freundschaft begegnet, dem/der man etwas mitgeben will an Eindrücken und Souveniers und von dem/der man bisweilen etwas haben möchte. Und wenn es nur die Bestätigung ist, dass es schön ist, dort wo man lebt und dass man zu Recht stolz darauf sein kann, auf das Essen, die Sehenswürdigkeiten, die Natur.

So ist es ein Reiz dieses Projekts – das nicht umsonst beim schnellen Hinhören von vielen als „Fremdgehen“ missverstanden wird – sich auf gedankliche und emotionale Seitensprünge einzulassen um so vielleicht manchen bisher gewohnten Denkmustern, Meinungen und Ansichten untreu zu werden und neue Sichtweisen und Perspektiven kennen zu lernen.

(Joachim Hainzl)

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