1. April 1945 – US-Bomber bombardieren Selzthal. Bei diesem einzigen Bombenangriff während des 2. Weltkriegs werden 76 Personen oder mehr getötet – SelzthalerInnen, Flüchtlinge, Soldaten. Mit einfachsten Mitteln wurde noch tagelang nach den Verschütteten in den Häusern und Bunkern gegraben. Seit 1. Juli 2010 ist Maryam Mohammadi im Rahmen des Regionale10-Projekts „Fremdsehen“ in Selzthal, auf den Spuren dieser Kriegsopfer. Sie spricht mit AugenzeugInnen von damals, mit Verwandten der Opfer, mit Historikern und besucht die Gräber der Getöteten. Warum wählt eine iranische Fotografin, die seit einem Jahr in Graz lebt, sich ein solches Thema aus? Als der Iran-Irak-Krieg nach acht Jahren 1988 endet, ist Maryam gerade einmal neun Jahre alt. Aber immer noch sind ihr all jene langen Stunden in lebendiger Erinnerung, die sie während der Bombardements von Teheran im Schutzkeller verbringt und bei welchen auch ein Nachbarhaus zerstört und ihre Klassenkameradin getötet wird.

Maryam: „Für mich ist es wichtig, unsere gemeinsame Erfahrung durch mein künstlerisches Medium – die Fotografie – sichtbar zu machen.“ So gräbt sie seit Tagen in den Fotoalben der Selzthaler, gleichsam auf der Suche nach Lebenszeichen der Opfer. Beim Betrachten der Fotos werden Erinnerungen wach und die Frauen, Männer und Kinder von damals werden wieder lebendig.

In ihrem Verständnis, dass die Vergangenheit immer in das Jetzt durchdringt, werden in ihrer Ausstellung diese Schwarzweißfotos in einer Form von Doppelbelichtung überlagert durch eigene Farbfotos, welche Maryam jetzt in Selzthal aufgenommen hat. Denn auch wenn der Krieg in Österreich bereits vor 65 Jahren geendet hat, so ist er doch immer noch präsent, sei es in Kriegerdenkmälern oder Erinnerungen der AugenzeugInnen. Maryam: „Mit meiner Ausstellung REMEMBER US möchte ich für die Opfer von damals ein Erinnerungszeichen setzen und uns alle daran erinnern: Nie wieder Krieg!“

Die Ausstellung REMEMBER US von Maryam Mohammadi wird am 29. Juli um 19.00 Uhr in Selzthal 65 (ehem. Elektro Bruckner) eröffnet.

Ausstellungsdauer: 30.7.-13.8.

Öffnungszeiten:

So. 01.08.: 15:00 bis 20:00 Uhr
Mo. 02.08. bis Fr. 06.08.: 09:00 bis 12:00 & 18:00 bis 20:00 Uhr
Sa. 07.08.: 09:00 bis 16:00 Uhr
So. 08.08.: 15:00 bis 20:00 Uhr
Mo. 09.08. bis Fr. 13.08.: 09:00 bis 12:00 & 18:00 bis 20:00 Uhr ZUGVERBINDUNG_GRAZ_SELZTHAL,

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Many Selzthalians participated in the Bergmesse today … climbing to 1737 m mountain.
Selzthalian prayed , played music, drank big beers, wonderful Almkaffee with a lot of alcohol and had Steirerkaskrapfen.
I knew it before that Styrians like to climb all the time and all the sport shops are full of facilities for climbing.
I knew that Styrians love to drink big beers.
But I don’t know and don’t understand why Styrians love Steirerkaskrapfen?

 

Dürrenschöberl

 

 

Black or Blond ... This is the question!

 

Eisenbahnermusikkapelle Selzthal

 

Sound of Music!

 

Sound of Nature!

 

Alois Eckmann, the mayor of Selzthal!

 

two Christian religions standing together

 

 

 

Music and reflection!

 

Music for all!

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Heute am Weg auf den Dürrenschöberl (1737 m), den Hausberg der Selzthaler:

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Fotos: Joachim Hainzl

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Seit Maryams Ankunft hier in Selzthal sind bereits 10 Tage vergangen.

In dieser Zeit hat sie hier im Ort viele liebe und hilfsbereite Menschen kennen gelernt!

Sie war beim Faustball-Turnier:

Sie hat mit ZeitzeugInnen und HistorikerInnen gesprochen und dabei viele Geschichten und Fotos bekommen.

Musiker der Eisenbahnermusik Selzthal brachten ihr spontan ein Ständchen:

Und in der Selzthaler Volksschule waren die Kinder von ihr begeistert:

Dann war sie auch am Dachstein, wobei sie vom Schnee im Sommer nicht gerade angetan war.

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Herzlich empfangen wurde Maryam in Selzthal. Bereits am ersten Abend wurde sie von der Stammtischbesetzung  im Gasthof Eder bei den immer hilfsbereiten Wirten Fritzi und Hans an den Tisch geholt.

Bürgermeister Alois Eckmann sorgte durch eine Postwurfsendung bereits im Vorfeld dafür, dass Maryam vielen, die sie anspricht, keine Unbekannte ist. Auch findet er Zeit, sich um Unterlagen und Kontaktpersonen zu kümmen. Daneben trifft  Maryam bei vielen, seien es ZeitzeugInnen oder Ortschronisten, auf große Unterstützung. Und dass obwohl sie sich mit dem verheerenden Bombenangriff vom 1.4.1945, der rund 70 Todesopfer gefordert hat (die genaue Anzahl ist genauso ungeklärt wie die Namen und letzten Ruhestätten vieler Getöteter unter den Trümmern) wahrlich kein leichtes Thema ausgesucht hat.

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Maryam Mohammadi wurde am 10. Juni 1979 im Iran geboren.
Sie hat einen Bachelor in Fotografie und einen Master in Kunstgeschichte.
Nach “fremdsehen” wird sie ihre Doktorarbeit in Prag fortsetzen.

Für ihre Arbeit als Fotografin hat sie bereits drei Preise gewonnen: den Award für den besten Fotografen am “International Fadjr Festival” in Iran (2002), einen Preis im Rahmen des “Second Festivals” der Iranian Theatre Critics Association, Iran (2003) sowie den Preis als “Fotograf des Jahres 2004″ der Iranian Theatre Critics Association.

Wer Maryams Werke online bestaunen möchte, kann das auf ihrer Homepage tun.

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Die KünstlerInnen von Fremdsehen haben verschiedene Gemeinden als GastgeberInnen. Leider kenne ich viele dieser Gemeinden (noch) nicht persönlich. Was also läge es näher, als sich einmal über das Internet ein schnelles Bild zu machen, über die jeweilige Rolle des/der AusländerInnen?

Dazu habe ich heute eine Suchmaschine-Recherche durchgeführt. Hier nun das spontane (und absolut unrepräsentative!) Bild, das sich aus den ersten beiden Google-Suchtreffern (Ortsname Ausländer) ergibt:

Admont

Treffer 1: Am 5. August 1945 wird in einem ehemaligen Lager der Wehrmacht ein Auffanglager für „DP“ (Displaced Persons) eingerichtet, „das mit 2.000 bis 2.400 Personen zu den größten Flüchtlingslagern der Steiermark zählt. […] Plündernde und stehlende Ausländer flüchten unter Zurücklassung ihres Diebsgutes in das DP-Lager. Mit Hilfe englischer Truppen führen 100 (!) Gendarmen aus dem Ennstal eine Razzia durch und beschlagnahmen Waffen und Munition. […] Der Gendarmerie-Posten Admont wird wegen der häufigen Raubüberfälle auf 20 Mann verstärkt. Im Frühjahr 1946 werden zwei Gendarmen bei einer Anhaltung beschossen, die Ausländer flüchten ins Lager. Nach Admont werden jüdische Flüchtlinge verlegt. 50 von ihnen plündern am 19. Juni das Schloss Röthelstein. Bei der Verhaftung eines polnischen Einbrechers werden drei Admonter Gendarmen von 25 Polen tätlich angegriffen. In Notwehr erschießen die Gendarmen einen Polen. Am 9. September überfallen 60 jüdische Lagerinsassen den Gendarmerieposten Admont. Ein Hilfsgendarm wird bis zur Bewusstlosigkeit niedergeschlagen.“ (Amtliche Mitteilung des Bürgermeisters von Admont, Dez. 2007, S.9).

Treffer 2: Der Gast (Nickname „hessemonk“) berichtet über seinen Aufenthalt im Stift Admont: „Als Ausländer in unserm steirischen Bergbauernkloster muss man sich auch an die Tischsitten gewöhnen; dazu gehört auch der Sterz. Er wurde heute zum Abendessen serviert. Mit Kaffee und Milch!!! Ich war Tischdiener und – was einen Gast betraf – etwas unsicher: Zuerst nahm er sich einen Teller voll. Dann stocherte er mit seiner Gabel darin rum. Dann schob er den Teller etwas weg. Schließlich hab ich ihn gefragt, ob er etwas anderes wolle. ‚Nein’ – die Antwort ‚ich habe das vor vierzig Jahren das letzte Mal gegessen. Es sind so viel Erinnerungen damit verbunden…’“ (Blog „preiset den herrn“)

Aigen im Ennstal

Treffer 1: Statistik zum AusländerInnenanteil in der Gemeinde. Demnach lebten in der Gemeinde 1981 13 (0,5%), 1991: 35 (1,4%) und 2001: 57 AusländerInnen (2,2%). (Statistik, Land Steiermark)

Treffer 2: Im Sommerhalbjahr 2008 lag die Gemeinde in der steirischen Hitliste an 19. Stelle hinsichtlich der Anzahl von AusländerInnen, welche in der Gemeinde übernachtet haben. 4.126 Personen haben dabei 19.128 Nächte in Aigen verbracht. (Statistik, Land Steiermark)

Bad Mitterndorf

Treffer 1: Das ist bereits ein Treffer von uns, von fremdsehen.at! Was bedeutet, dass wir auch eine Verantwortung mit unseren Beiträgen haben, da wir bereits innerhalb kurzer Zeit das (zumindest) virtuelle Bild der Gemeinden im Verhältnis zum Thema „Ausländer“ mitgestalten können. (fremdsehen.at)

Treffer 2: Und wieder schlägt die Statistik Steiermark zu: Im Sommerhalbjahr 2009 lag die Gemeinde in der steirischen Hitliste an 11. Stelle hinsichtlich der Anzahl von AusländerInnen, welche in der Gemeinde übernachtet haben. 12.453 Personen haben dabei 72.385 Nächte in Aigen verbracht. (Statistik, Land Steiermark)

Donnersbach

Treffer 1: Kann man am Umstand dass die ersten Treffer zumeist Angaben zu Nächtigungszahlen von TouristInnen sind, darauf schließen, dass man AusländerInnen in vielen fremdsehen-Gemeinden vorrangig als zahlende Gäste begegnet? Jedenfalls hatte  Donnersbach im September 2008 mit 46 Personen um 100% mehr ausländische TouristInnen in der Gemeinde als im Vergleichsmonat 2007. (Statistik, Land Steiermark)

Treffer 2: Das Verhältnis zwischen InländerInnen- und AusländerInnentourismus ist seit langem ein Thema und wird auch wissenschaftlich behandelt. Z.b. im Beitrag „Der Massentourismus als Dynamisches Beispiel“ von Elisabeth Lichtenberger (1975). Dabei schreibt sie: „Eine ostwärts gerichtete Expansion ausländischer Gäste macht sich in der sommerlichen Hochsaison bemerkbar. […] Umgekehrt kommen in der Wintersaison die inländischen Gäste im oben genannten Raum der Bewegungsfront des Ausländerfremdenverkehrs zum Tragen. Dies gilt i. b. für das steirische Ennstal (Donnersbach, Haus, Rohmoos, Schladming, Tauplitz) […]“  (S.194)

Irdning

Treffer 1: 2008 gab es in der steirischen Tennis-Landesliga „eine Beschränkung auf einen Ausländer. Der ATV Irdning hat vier Legionäre und will diese Regelung daher per Gerichtsbeschluss bekämpfen. […] Bei der Generalversammlung im vorigen Sommer war beschlossen worden, dass in allen steirischen Ligen pro Team nur noch ein Ausländer spielberechtigt ist. ‚Das widerspricht ganz klar EU-Recht und daran muss sich sogar der steirische Tennisverband halten’, wettert Irdning-Boss Peter Schöttl. ‚Ich werde eine einstweilige Verfügung einbringen, um mit meinen vier Legionären zu spielen. Ich sehe nicht ein, dass ich zum Beispiel einen Tomas Janci, der seit zwölf Jahren bei uns spielt, heuer aussperren muss’, so Schöttl weiter. Im Notfall wolle er die Sache bis zum Höchstgericht durchfechten, seine Anwälte prüfen derzeit ähnliche Fälle. Der steirische Verband sieht alles anders und bleibt sehr kühl. “Wir haben einem Wunsch der Vereine Rechnung getragen und es ist so beschlossen worden”, sagt StTV-Präsident Hannes Zischka. ‚Wenn uns ein Gericht sagt, wir dürfen das nicht, sind wir die Ersten, die es zurücknehmen. Die private Meinung des Herrn Schöttl ist zu wenig’, so Zischka. Er ist der Ansicht, dass das Arbeitsrecht nicht so einfach auf eine Amateurmeisterschaft umzusetzen ist. Bisher ist beim StTV auch noch kein Schreiben des ATV Irdning eingelangt. ‚Wir werden auf jeden Fall mit mehreren Ausländern antreten’, sagt Schöttl. ‚Dann können gleich alle wieder heim fahren und es geht 9:0 für den Gegner aus. Der Oberschiedsrichter wird dann auf falsche Aufstellung entscheiden’, stellt Zischka klar.“ (Kleine Zeitung, 20.4.2008)

Treffer 2: Das Thema hat sogar überregionale Resonanz gefunden: „Ich finde diese Regelung gehört bundesweit eingeführt. Viele Vereine kommen mit einer Handvoll Legionären zu den Spielen, werden Meister gewinnen dann nichts in der Staatsliga, steigen wieder ab, der Geldhahn wird wieder zugedreht, die Ausländer sind wieder weg und die Mannschaft löst sich auf. So habe ich es nun bei einigen Jahren erlebt (Bsp. Oslip).Die Clubs selber verlieren komplett ihre Identität und alles dreht sich nur mehr um Geld und Ausländer, anstatt dass man sich bsp. um Nachwuchsarbeit kümmert“. (Marc Landauer)

Gössenberg

Diese Gemeinde ist bereits ganz fremdgesehen!

Treffer 1: Lindita Komani besucht den Ort. (Interview)

Treffer 2: Unsere Erhebung der statistischen Daten landet auf Platz 2. (Beitrag von Joachim Hainzl).

Mitterberg

Treffer 1: Unsere Erhebung der statistischen Daten ist der erste Google-Treffer. (Beitrag von Joachim Hainzl).

Treffer 2: Herr Markus Stock vom AMS ist für das „Service für Unternehmen und Ausländerbeschäftigung“ Ansprechpartner für die Gemeinden „Gröbming, Mitterberg, Michaelerberg, Pruggern, St. Martin, Öblarn, Kleinsölk, Großsölk, St. Nikolai“. (AMS Steiermark)

Öblarn

Treffer 1: Tja, in Öblarn ist man wohl schon als Oberösterreicher ein „Ausländer“: So ergeht es zumindest Herrn Ronald Gamsjäger aus Windischgarsten: „ Der ‚Ausländer’ in unserem Club. Als wir ihn kennenlernten dachten wir, so ein netter und ruhiger Typ. Doch wir wurden kurz darauf eines Besseren belehrt. Hat ein loses Mundwerk und fachsimpelt am liebsten den ganzen Tag.“ Er ist Kassier beim Opel Club Öblarn.

Treffer 2: Der Athletik Club Öblarn spielt mit seiner Gewichthebermannschaft in der Regionalliga – West mit. Auch dort gibt es eine Beschränkung von Ausländern: „In einer Mannschaft kann nur ein Athlet ohne österreichische Staatsbürgerschaft (Ausländer) an den Start gehen […] Bei Anmeldung eines Ausländers ist innerhalb der Übertrittszeit eine Bestätigung des jeweiligen Verbandes mit der Vorjahresbestleistung bzw. der Bestleistung des letzten Jahres, in dem der Athlet gestartet ist, dem ÖGV vorzulegen.“ (Durchführungsbestimmungen des Österr. Gewichtheberverbandes, 2010)

Ebenfalls einer der ersten Treffer bringt uns übrigens zurück in die Vergangenheit, als u.a. auch arme ObersteirerInnen Arbeit und Glück in der Fremde suchten und dabei mit Fremdengesetzen und der Abschiebung Bekanntschaft machten. 1911 wurden so aus dem Deutschen Reich der Öblarner Kajetan Rainer und der Gröbminger Arthur Zelbacher abgeschoben. (Deutsches Gauner-Repertorium)

Pruggern

Treffer 1: Wieder ein Ort, der über Fremdenverkehrzahlen zu definieren ist. Im Tourismusjahr 2008 lag die Gemeinde in der steirischen Hitliste an 12. Stelle hinsichtlich der Anzahl von AusländerInnen, welche in der Gemeinde übernachtet haben. 8.191 Personen haben im Jahr 2008 48.480 Nächte im Ort verbracht. (Statistik, Land Steiermark)

Treffer 2: Auch im Tourismusjahr 2009 lag die Gemeinde in der steirischen Hitliste an 12. Stelle hinsichtlich der Anzahl von AusländerInnen, welche in der Gemeinde übernachtet haben. Durchschnittlich verbrachten die 9.882 Gäste fast eine ganze Woche (6 Nächte) im Ort. (Statistik, Land Steiermark)

Schladming

Treffer 1: „Reiche Ausländer kaufen Hotels und Pensionen auf. Immer mehr Ausländer entdecken die heimischen Tourismusbetriebe auch als Investmentquelle. Schweden kauften sich groß in Bad Gastein ein, Russen siedeln sich in Schladming an, Engländer und Holländer investieren im Pinzgau.“ Z.B. das  „Sporthotel ‚Selbach’ in Schladming-Rohrmoos: Russische Investoren und als Leiterin die Ex-Skiweltcupläuferin Tatjana Lebedeva.“  (Salzburger Fenster, 2005) Dementsprechend oft findet man auch den Gesetzestext hinsichtlich des Grundstückerwerbs durch AusländerInnen.

Treffer 2: Kommentar von „Schladminger“ im Jänner 2090 zur Tenne Schladming, der größten Apres Ski Hütte der Alpen: „Übrigens !! Ausländer dürfen zwar rein , aber in der Tenne nicht in der Gruppe stehen und lachen!!!“ Dazu meint „fastjapaner“: “[…] wenn das ein scherz sein sollte, ist er verdammt schlecht, wenn das der wahrheit entspricht, na dann – gute nacht. klingt aber ein bisschen unglaubwürdig, da ja gerade ausländer es sind, die die fette kohle bringen.“ (Blog Alpenglühen)

Selzthal

Treffer 1: Eine klare Ablehnung von ausländischen MitbürgerInnen ist bei „soeztoi“ vorhanden: „Welche Projekte hat die Gemeinde Selzthal durchgeführt, durchgezogen um die Abwanderung der Bevölkerung zu verhindern? Dagegen sind jetzt dutzende Ausländer im und rund um den Ort angesiedelt.“ (Kleine Zeitung, 16.10.2009)

Treffer 2: Bei einer Statistik zu „Ankünfte im Jahr 2006 in der Kleinregion ARGE Wirtschaftsregion Steiermark Nord“ wird Selzthal zwar angeführt, aber mit der Zahl 0 bei der Rubrik „Ausländer“. Interessant ist dabei auch das Volkszählungsergebnis von 2001 zu den Schulabschlüssen. Demnach gab es damals in Selzthal 2,2% AkademikerInnen; 5,6% mit AHS- oder BHS- 53,5% mit mittlerem und 38,8% mit Pflichtschul-Abschluss.(Rauminformationssystem Steiermark, Kleinregion ARGE Wirtschaftsregion Steiermark Nord)

Großsölk

Treffer 1: 1981 lebte gerade mal 1 AusländerIn in Großsölk. 2001 stieg der AusländerInnen-Anteil auf 3,4% mit 18 Personen.  (Volkszählungsdaten 2001)

Treffer 2: Im September 2008 verbrachten 55 ausländische TouristInnen vier Nächte in der Gemeinde. (Statistik, Land Steiermark)

St. Gallen

Treffer 1: Gar nicht so leicht, bei der Namensgleichheit mit der Schweizer Stadt, etwas zum steirischen Ort zu finden. Noch dazu da es in der Schweiz in diesem Zusammenhang eine Unmenge an Inhalten gibt. Dennoch: der Fußballclub SV St. Gallen hat in der heurigen Saison einen Ausländer im Kader: Und zwar ist das der 1991 geborene Bosnier Miroslav Sekic. Interessant ist, dass es auf dieser Webseite auch Spieler mit mehreren Nationalitäten gibt,  wie etwa den ebenfalls bei St. Gallen tätigen Austro-Türken Emre Okatan. (Transfermarkt)

Treffer 2: 2001 betrug der AusländerInnenanteil in St. Gallen mit 35 Personen ganze 2,3%.  (Volkszählungsdaten 2001)

St. Martin am Grimming

Treffer 1: Herr Markus Stock vom AMS begegnet uns hier wieder. (AMS Steiermark)

Treffer 2: Nachdem 1981 5 AusländerInnen im Ort wohnten, waren es 1991 nur mehr 2 und dann 2001 21 Personen (2,8%) (Volkszählungsdaten 2001).

(Joachim Hainzl)

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Mit sechs Jahren hieß es für mich, dass mit dem Schulanfang der Ernst des Lebens anfing. Unter anderem bedeutete das, „Hochdeutsch“ zu lernen. Hochdeutsch ist nicht meine Muttersprache. Zumindest würde ich aber sagen, dass das Steirisch meiner Mutter (also meine Muttersprache) und der übrigen Verwandtschaft bei uns eine dem „Hochdeutschen“ doch eng verwandte Sprache ist. Übrigens, kennen Sie den: Wie bringt man einen Steirer zum Bellen? Sie sagen ihm: „Schau, da fliegt ein Flugzeug“ – Er wird suchend zum Himmel blicken und fragen: „Waou, waou?“. Jedenfalls wurden wir, unter anderem mit diktat-orischen Methoden, in der Schule dazu gezwungen, „schön“, also „Hochdeutsch“ bzw. „Schriftdeutsch“ zu sprechen. Das heißt, meine bisherige, mündliche  Sprache war damit als „schiach“ abgekanzelt  und als Nicht-Hochdeutsch erniedrigt (wobei: es gibt tatsächlich schöner Klingendes). Das Schuldeutsch wurde so zur Sprache der Schrift, der Literatur, des Kopfes, der Obrigkeit, der Verwaltung und Steirisch blieb die Sprache des Redens, des Herzens, der Emotionen bei Spiel und Sport, des Fluchens, der Liebesschwüre und Streits.

Man braucht es sich ja nur anzusehen: wer spricht denn in Graz z.b. Standarddeutsch bzw. nach der Schrift? Die, die glauben, was Besseres zu sein. Die, die in bestimmte, „bessere“ und „noblere“ Schulen gehen und mit jenen, die in den Niederungen  des Dialekts bzw. der Umgangssprache zu Hause sind, wenig Umgang haben wollen. Kein Wunder, ist geschichtlich der Aufstieg des BürgerInnentums mit einer Abwertung des Dialekts verbunden (S.2).

Ich muss zugeben, wenn jemand in einer nur etwas anderen Sprache spricht (z.B. Wienerisch oder Kärntnerisch), macht mich bisweilen schon das richtig wurlat. Letztens war ich – nicht weit von Selzthal entfernt – im oberösterreichischen Windischgarsten und schon dort ob der dortigen Sprache irritiert (abgesehen davon dass das ausgeschenkte Eggenberger-Bier dann doch nichts mit den Grazer Eggenbergern zu tun hatte).

Außerdem kommt es immer wieder zu Missverständnissen. „Denn Deutsch ist nicht Deutsch. Wie heißt es so schön, das Trennende zwischen Österreich und Deutschland die gemeinsame Sprache sei. Und ja, es gibt in der Kommunikation essentielle Unterschiede zwischen den Bewohnern der beiden Länder.“ (Quelle)

Besonders problematisch ist darum bisweilen die Verständigung mit hochdeutsch-sprechenden Menschen aus Deutschland bzw. der Aufbau von emotionalen Beziehungen. Aufgrund dieser Zweiteilung (Hochdeutsch = Kopf/Vernunft; Umgangssprache = Herz/Gefühl), können diese Schriftsprache sprechenden Deutschen noch so viel über ihre Gefühle reden – ich nehme es ihnen irgendwie nicht ab, ich fühle es einfach nicht so: stets schwingt etwas von hochdeutscher Arroganz, Nüchternheit, Gefühlskälte, Abstand und Überheblichkeit mit. Auch wenn mir dieses Eingeständnis ob seiner Absurdität und Unlogik peinlich ist, scheint es manchen z.B. in der Schweiz, Türkei, Polen  oder Kamerun  zumindest auch so zu gehen.

(Joachim Hainzl)

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